WEINKORKEN – WIE WERDEN SIE HERGESTELLT ?

WEINKORKEN – WIE WERDEN WEINKORKEN HERGESTELLT ?

Weinkorken gehören immer noch zu den am meisten verwendeten Verschlüssen für Weine. Aber wie werden Weinkorken eigentlich hergestellt ?  – Der Herstellungsprozess ist super interessant, hat eine lange Tradition und birgt auch geschmackliche Risiken für Wein und Weinproduzenten

GESCHICHTE DES WEINKORKENS

Korken für Wein und andere Getränke wurden bereits von den Griechen und Römern verwendet um, Ihre Gefäße zu verschließen. Im Mittelalter war die Technik lange in Vergessenheit geraten, bis der Mönch „Dom Perignon“ den Kork als Verschlussmaterial wieder entdeckt hat, um seine Champagnerflaschen damit zu verschließen.

WIE WERDEN WEINKORKEN HERGESTELLT?

Kork gewinnt man von der Rinde der Korkeiche (=Baumart). Hauptanbauland ist Portugal, das etwa 50% der gesamten Korkproduktion bildet. Auch auf Sardinien findet man noch kleine Korkeichenbestände und Produktionen.

Nachdem man den Baum angepflanzt hat, kann der Produzent nach ca. 25 Jahren das erste mal die Rinde abschälen. Danach kann man in einem Intervall von 9 Jahren immer wieder schälen. Die abgetrennte Rinde wird zuerst für 1 Jahr getrocknet und danach in heißem Wasser abgekocht. Dadurch desinfiziert man den Kork, macht ihn biegsamer und reduziert die Wölbung. Später dann, werden die Korkplatten aussortiert. Geprüft wird nach folgenden Merkmalen:

  • Die Platte muss dick genug sein
  • Der Kork darf keine Risse oder Wurmlöcher haben
  • Der Kork muss frei von Verschmutzungen aller Art sein

Nur etwa 30% – 40% der Korkplatten werden am Ende wirklich für die Weinkorkenproduktion verwendet. Dies geschieht in dem man die Platten in kleine Streifen schneidet und dann mittels einer manuellen oder halbautomatischen Maschine die Weinkorken herausstanzt. Damit die Korken später gut in die Flasche rutschen, werden Sie mit Parrafin (Wachs) überzogen. Danach werden Sie nochmals desinfiziert und mit Mikrowellen behandelt, bevor Sie je nach Klasse sortiert werden.

RISIKEN BEI DER VERWENDUNG VON WEINKORKEN

Der Korkton ist einer der bekanntesten Weinfehler und sorgt für einen unangenehmen Geruch und Geschmack des Weines. Hervorgerufen wird dieser durch „Trichloranisol“ abgekürzt „TCA“, welches durch die falsche Behandlung der Korkplatten auftreten kann. Früher wurden die Korkplatten mit Chlor gebleicht. Das Chlor geht eine Verbindung mit den Mikroorganismen im Kork ein. Durch viele verschiedene Verbesserungsmaßnahmen wie der Behandlung mit Mikrowellen oder besseren Produktionsprozessen hat man die Fehlerquote bereits reduzieren können. Allerdings steckt TCA auch in vielen anderen Stoffen wie zum Beispiel Holzschutzmitteln. So können die Holzbalken im Keller des Weingutes bereits kontaminiert sein und den Korken anstecken.

ALTERNATIVE WEINVERSCHLÜSSE

PRESSKORKEN AUS KORKGRANULAT

Bei der Herstellung des Naturkorken bleiben Restmaterialen übrig, diese werden zu einem Granulat fein gemahlen und finden in vielen Gebieten neue Anwendung. Zum Teil werden daraus auch Presskorken hergestellt. Der Vorteil von Korken aus Granulat ist, dass Sie leichter zu desinfizieren und reinigen sind. Durch die niedrigeren Herstellungskosten und dadurch auch günstigeren Preise, ist der Presskorken heute der am meisten verwendete Korken.

SILIKONKORKEN

Kunststoff- bzw. Silikonkorken werden aufgrund schwindender Korkvorkommen immer häufiger verwendet. Sie haben einen ähnlichen Aufbau wie Kork, sind luftdicht, elastisch und passen sich dem Flaschenhals gut an. Allerdings konnte man in Forschungen herausfinden, dass viele Weine bereits ab zwei Jahren wieder anfangen zu oxidieren (reifen) wodurch der Silikonkorken für Weine die ein hohes Lagerpotenzial haben  keine Alternative darstellt. Für einfach Landweine oder Jahresweine allerdings schon.

DREHVERSCHLUSS

Der Drehverschluss wird besonders bei deutschen Weinen immer häufiger verwendet. Lediglich für die höheren Linien verwendet man noch Korken. Er ist luftdicht und leicht zu handhaben. Man benötigt keinen Korkenzieher um die Flasche zu öffnen.

GLASKORKEN

Der Glaskorken ist der am seltenste verwendete Verschluss. Obwohl seine Eigenschaften ebenfalls sehr gut sind. Das Glas ist absolut neutral und Luftdicht wodurch auch Weine mit hohem Lagerungspotenzial damit ausgestattet werden könnten. Außerdem ist er leicht zu öffnen und es wird kein Hilfsmittel benötigt. Dagegen spricht der bisher noch sehr hohe Preis, weshalb viele Weingüter noch nicht zum Glaskorken greifen.

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