Körper im Wein – Was bedeutet das ?

Körper im Wein - vinoamano

Körper im Wein

Viele Charakterzüge eines Weines lassen sich durch eine Analyse schnell darstellen. Den Alkoholwert zum Beispiel, der immer auf dem Flaschenetikett steht. Der Körper allerdings, lässt sich nicht anhand einer einzigen Kenngröße beziffern. Es gibt keinen einzelnen Wert dafür. Der Körper eines Weines, ob nun wenig oder viel, ergibt sich aus einer Vielzahl verschiedener Faktoren. Oft wird unterschieden in leichter, mittlerer und schwerer Körper.

So definiert man den Körper im Wein

Um den Körper zu definieren, muss man viele Daten oder Eindrücke zusammenfassen. Dazu gehören zum Beispiel die Tannine, die Restsüße, Säure, Extrakt und Alkohol. Sogar ob der Wein mit Kohlensäure versetzt ist, kann ein Rolle spielen. Ein Prosecco hat beispielsweise hat im Gegensatz zu Stillweinen, eher einen leichteren Körper.

  • Grundsätzlich verstärken Tannine den Körper. Um so mehr Tannine der Wein hat, desto höher die Chance, dass er auch viel Körper besitzt. Weißweine haben kaum Tannine. Darum sind Rotweine meistens körperreicher. Die Säure erzeugt das genaue Gegenteil. Mehr Säure gleich weniger Körper.
  • Auch die Restsüße kann dafür sorgen, dass ein Wein vollmundiger ist. Dessertweine wirken oft dichter. Auch bei trockenen Weinen spielen die Winzer mit der Restsüße, um den Eindruck von mehr Körper im Wein zu erreichen.
  • Weine mit einem höheren Alkoholgehalt, sind in der Regel kräftiger. Der schwere Primitivo di Manduria 50 Anni von Carlo Sani zum Beispiel, hat einen Wert von 15% Vol. Die Kunst darin liegt, dass der Wein nicht alkoholisch schmeckt und alles harmonisch ist.
  • Der Extraktgehalt ergibt sich aus allen Stoffen die übrig bleiben würden, nachdem man die Flüssigkeit ausklammert. Also Spurenelemente, Mineralien, Farbstoffe und vieles mehr. Umso höher der Extraktgehalt ist, desto körperreicher ist der Wein. Es gibt Traubenarten mit einem höheren und niedrigeren Gehalt. Rebsorten wie Nero d’Avola sind extraktreich und erzeugen meistens füllige Weine. Ein einfacher Valpolicella hingegen, ist eher schlank.
  • Außerdem ist auch der Ertrag sehr wichtig. Also die Menge an Trauben, die der Winzer pro Hektar oder pro Rebstock am Ende erntet. Fällt diese Menge hoch aus, ist der Wein meistens wässrig und hat wenig Körper. Daher setzen viele Winzer auf eine Ertragsreduzierung. So kann auch eine Traube mit verhältnismäßig wenig Extrakt, einen kraftvollen Wein erzeugen.
  • Auch die Arbeit des Winzers kann dazu Beitragen, wie ausgeprägt der Körper später ist. Zum Beispiel können Lagerung im Holz für mehr Kraft sorgen.

Alle Faktoren zusammennehmen

Wie man sieht, hängt der Körper eines Weines von vielen Dingen ab. Daher sollte man nicht nur nach einzelnen Werten gehen und lieber das große Ganze betrachten. Allerdings hat man mit der Rebsorte und dem Alkoholgehalt zumindest schon mal ein Indiz dafür, wie kräftig der Wein sein könnte. Am Ende ist es besser zu probieren und zu vergleichen.

Fachbegriffe für Körper im Wein

In der Weinsprache verwendet man verschiedenste Begriffe um den Körper eines Weines zu beschreiben. Die gängigsten haben wir unten einmal aufgelistet.

Viel Körper: schwer, vollmundig, dicht, füllig, mit Rückgrat, voll, kraftvoll, mollig, weinig, extraktreich, voluminös etc.

Wenig Körper: leicht, schlank, zart, feingliedrig etc.

Zu viel Körper: mastig, dick, fett, klobig etc.

Zu wenig Körper: wässrig, dünn etc.

Vielleicht fällt dem Einen oder Anderen noch ein weiterer Begriff zum Beschreiben des Körpers ein. Oder ihr habt sinnvolle Eigenkreationen. Lasst es uns wissen !

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